Welt-Aids-Konferenz 2010: HIV-Infizierte werden immer jünger
In Osteuropa nahm die Zahl der Neuansteckungen um 66 Prozent seit 2001 zu
Ungeachtet sämtlicher Fortschritte an anderen Fronten ist Aids im Osten von Europa und Zentralasien immer weiter auf dem Vormarsch. Besondere Sorge bereitet den vielen Experten und Aktivisten auf der Wiener Welt-Aids-Konferenz, dass HIV-Infizierte immer öfter ausgegrenzt und desweiteren auch kriminalisiert werden und ihnen die lebensrettende Behandlung in vielen Fällen verwehrt wird. Betroffen sind immer mehr junge Personen.
In der Region lebten laut den Vereinigten Nationen im Jahr 2008 schätzungsweise ungefähr 1,5 Millionen Erwachsene und Kinder mit dem HI-Virus; das ist ein Anstieg um sage und schreibe 66 Prozent seit dem Jahr 2001. Erste detaillierte Hinweise lassen darauf schließen, dass entsprechende Neuansteckungen im letzten Jahr nochmals stark angewachsen sind: Das Land Russland meldete einen Anstieg der Fallzahlen um ziemlich genau acht Prozent, Georgien um zehn und Weißrussland um mindestens 22 Prozent, wie das Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) am Mittwoch der laufenden Woche.
“In Osteuropa gibt es mit die stärksten Häufungen von HIV unter Menschen, die sich Drogen spritzen”, teilte der zuständige UNAIDS-Direktor Michel Sidibé in einer aktuellen Stellungnahme mit. “Diese Epidemie wird angeheizt durch Stigmatisierung und Strafverfolgung, und sie wird nicht nachlassen, so lange nicht Schadensbegrenzung und Drogensubstitution verstärkt werden”, fügte er am heutigen Mittwoch weiter hinzu. Ziemlich genau 3,7 Millionen Fixer gibt es in der Zwischenzeit der Region; sie sind es vermutlich, die das gefährliche Virus hauptsächlich weiter verbreiten.
Dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF zufolge sind in zunehmendem Maß junge Personen von dem Virus betroffen. Ein Drittel der neu Infizierten sind den aktuellen Angaben zufolge zwischen 15 und maximal 24 Jahre alt, wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht. Weit mehr 80 Prozent derjenigen, die mit HIV leben, sind unter 30 Jahre.
Ziemlich genau 40 Prozent der aktuellen Fälle betreffen weibliche Personen- vor weniger als zehn Jahren noch waren es erst ungefähr 24 Prozent. Auch die Zahl HIV-positiver Schwangerschaften verdoppelte sich in den letzten fünf Jahren, so der aktuelle Bericht weiter.
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