Universität Lübeck soll Medizinstudium abschaffen
In den kommenden fünf Jahren gehen ungefähr 1800 Mediziner in den Ruhestand
Im Rahmen eines aktuellen Sparpakets will die zuständige Landesregierung im norddeutschen Bundesland Schleswig Holstein ab dem kommenden Wintersemester 2011/2012 den Studiengang der Medizin an der norddeutschen Universität der Stadt Lübeck komplett einstellen. Die Kassenärztliche Vereinigung des Bundeslandes Schleswig-Holstein (KVSH) lehnt die derzeitigen Pläne der Landesregierung allerdings strikt ab.
“Das Aus für das Medizin-Studium in Lübeck ist in Zeiten des drohenden Ärztemangels das völlig falsche Signal”, teilte die zuständige Chefin der Kassenärztlichen Vereinigung des norddeutschen Bundeslandes Ingeborg Kreuz vor dem Verlust von mindestens 1.500 Medizinstudienplätzen. Gerade in einem Flächenland wie dem Bundesland Schleswig-Holstein brauche man nicht weniger, sondern wohl eher deutlich mehr Medizinstudenten. “Nur so können wir die Lücken in der Patientenversorgung schließen, die sich jetzt schon auftun”, betonte Kreuz in ihrer aktuellen Stellungnahme.
Laut der Kassenärztlichen Vereinigung in Schleswig Holstein gehen in den nächsten fünf Jahren in dem norddeutschen Bundesland ungefähr 900 Hausärzte und fast ebenso viele Fachmediziner in ihren wohlverdienten Ruhestand. Medizinischer Nachwuchs in der gleichen Größenordnung sei allerdings im Moment nicht in Sicht. Statt wieder an der falschen Stelle zu sparen, sollte die norddeutsche Politik auf jeden Fall stärker in die medizinische Ausbildung investieren, riet die Kassenärztliche Vereinigung am Donnerstag weiter. “Dazu gehört auch, am geplanten Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Universität Lübeck festzuhalten”, erklärte die zuständige Chefin der Kassenärztlichen Vereinigung.
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