Private Krankenversicherung trotzt der Krise
Private Krankenkassen steigen im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen im letzten Jahr ihren Gewinn
Mehr privat Versicherte und mehr zusätzliche Versicherungen melden die Privaten Krankenversicherungen fürs das letzte Jahr. Der Verband ist der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden – und stichelt auch gleich in Richtung der ungeliebten Konkurrenz.
Die privaten Krankenkassen sind scheinbar gut durch die internationale Wirtschaftskrise gekommen. Wie der PKV-Verband am Donnerstag der laufenden Woche in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin erklärte, konnten die Alterungsrückstellungen für das vergangenen Jahr um weitere ungefähr zehn Milliarden auf jetzt ziemlich genau 144 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies entspreche einem Anstieg von ungefähr 7,5 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor und zeige, wie robust die private Krankenversicherung auch in Zeiten einer Krise aufgestellt sei.
Der zuständige Verbandschef Reinhold Schulte betonte in einem aktuellen Interview vom vergangenen Mittwoch: Während die gesetzliche Krankenversicherung in dem laufenden Jahr fast 16 Milliarden Euro von der deutschen Bundesregierung benötigen, was einer ungefähr zehnprozentigen Beitragserhöhung entspräche, kommen die privaten Krankenkassen ohne Steuerzuschuss und ohne weitere Schulden aus, so der Verbandschef am Mittwoch. Der Verbandschef Schulte sprach in dem aktuellen Interview von einer “solide wachsenden Branche“.
In der Privaten Krankenversicherung waren den aktuellen Angaben zufolge zum Ende des vergangenen Jahres ziemlich genau 8,81 Millionen Personen vollversichert. Das entspricht einem Plus von mindestens zwei Prozent gegenüber dem Jahr zuvor . Desweiteren kommen 21,71 Millionen zusätzliche Versicherungen hinzu– ein weiteres Plus von etwa 3,5 Prozent oder circa 730 000 Policen.
Die Pflegezusatzversicherung verzeichneten im vergangenen Jahr nach aktuellen Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung der einen Zuwachs um ungefähr 165 100 Menschen (plus 12,5 Prozent). Die entsprechende Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung für den Pflegefall rücke also immer stärker in das Bewusstsein der deutschen Bevölkerung , so Schulte weiter, wenngleich mit ziemlich genau 1,48 Millionen Verträgen bezogen auf die komplette Bevölkerung auch heute noch eine ziemlich niedrige Absicherungsquote erreicht werde.
Der Verbandschef Schulte kritisierte in dem aktuellen Zusammenhang den überproportionalen Anstieg der Kosten. Dies dürfe auf keinen Fall in Zukunft so weitergehen. Er forderte aus diesem Grund umfassende Vertragskompetenzen für Verhandlungen mit den entsprechenden Leistungserbringern. “Wir wollen und müssen wesentlich stärker Einfluss auf die Qualität und die damit verbundenen Mengen und Preise der Gesundheitsleistungen nehmen”, erklärte zum Abschluss des Interviews in Berlin.
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