Private Krankenversicherung: SPD setzt sich für Bürgerversicherung ein
Die Private Krankenversicherung soll im Zuge der Bürgerversicherung jedoch nicht abgeschafft werden
Die Sozialdemokraten sehen die Bundesrepublik Deutschland auf dem Weg in die Drei-Klassen-Medizin. Die amtierende Generalsekretärin Andrea Nahles prangerte am Montag der laufenden Woche in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin die schwarz-gelbe Gesundheitsreform an, die am Freitag dieser Woche wohl vom Bundestag verabschiedet werden soll. Der zuständige Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) lege damit “die Axt an die Solidarität in der deutschen Krankenversicherung”, so die Politikerin einer Stellungnahme.
Hauptkritikpunkt der SPD sind in erster Linie Pläne Röslers, das Prinzip der Vorkasse in der Gesetzlichen Krankenversicherung auf freiwilliger Basis weiter auszudehnen, um den entsprechenden Patienten einen deutlichen Kostenüberblick zu verschaffen. Dies bedeute “die Einführung einer Drei-Klassen-Medizin”, betonte Nahles am Montag dieser Woche.
Nur Patienten die per Vorkasse zahlen werden eine schnelle Behandlung erhalten
Schon jetzt würden Mitglieder der Privaten Krankenversicherung bevorzugt behandelt, in Zukunft könnten nur noch die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung mit einer schnellen Behandlung rechnen, die ihre aktuelle Behandlung per Vorkasse leisten. Damit werde aus der geplanten Freiwilligkeit “individueller Zwang”, so die Sozialdemokratin in dem Gespräch weiter.
Die für das kommenden Jahr vorgesehene Beitragssteigerung bedeute zusätzlichen Belastungen von ziemlich genau 6,5 Milliarden Euro, erklärte die Politikerin weiter. Dieses Geld solle allerdings nicht einer besseren Versorgung dienen, sondern höhere Medizinerhonorare und Medikamentenkosten decken und die angeschlagene Private Krankenversicherung wieder auf die Beine helfen. “Wir finden das skandalös”, erklärte die SPD-Politikerin. Die zuständige Generalsekretärin bekräftigte des Weiteren das sozialdemokratische Ziel einer Bürgerversicherung, in die sämtliche Bürger mit allen Einkommensarten einbezogen werden.
Private Krankenversicherung soll nicht abgeschafft werden
Die Private Krankenversicherung soll allerdings in den kommenden Jahren nicht abgeschafft werden. Durch die gesetzlichen Neuregelungen würde den Privaten Krankenversicherungen jedoch die aktuelle Geschäftsgrundlage entzogen werden. Was mit den aktuellen angesammelten Altersrückstellungen der Privaten Krankenversicherung passieren soll, wurde allerdings bis jetzt nicht erläutert. In der Bürgerversicherung ist bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Kapitaldeckung vorgesehen.
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Tags: Bürgerversicherung, gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung
Kategorie: Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung
