Private Krankenversicherung: Regierung will Wechsel in die PKV erleichtern
8,6 Millionen Bürger sind schon in der Privaten Krankenversicherung Mitglied
Die Berliner Tageszeitung “Welt” berichtete am Samstag der vergangenen Woche, dass die derzeitige schwarz-gelbe Regierungskoalition aus den Parteien CDU/CSU und FDP im Moment plant, den Wechsel in die Private Krankenversicherung zu vereinfachen.
Konkret soll der Wechsel in eine private Krankenkasse auch dann stattgegeben werden, wenn Angestellte einmalig einen monatliches Einkommen über die derzeitige Versicherungspflichtgrenze von 4162,50 Euro erzielen. Bis zum heutigen Tage gilt allerdings die Regelung, dass Angestellte hierzulande mindestens 3 Jahre lang einen Verdienst von mehr als 49.950 Euro (Versicherungspflichtgrenze) aufweisen müssen, um von der Gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV wechseln zu dürfen. Für Selbstständige und Freiberufler gilt diese Regelung nicht, sie können ohne Auflagen in die Private Krankenversicherung wechseln.
Außerdem scheint die Bundesregierung zu planen, die schon bestehende Möglichkeit ab dem kommenden Jahr weiter zu vereinfachen, dass Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Arztbehandlung erst übernehmen und im Anschluss die Kosten von ihrer wieder Krankenkasse erstattet bekommen. Dies soll in erster Linie die Transparenz im deutschen Gesundheitswesen erhöhen. Ob durch die neue Regelung der Kostenerstattung Patienten einen weiteren finanziellen Anreiz erhalten, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt allerdings vollkommen unbekannt. Die deutsche Regierung scheint die Umsetzung der beiden erwähnten Entwürfe bis zum 1. Januar des nächsten Jahres realisieren zu wollen.
Bis zum heutigen Tage sind 8,6 Millionen Bürger in Deutschland über die Private Krankenversicherung abgesichert (ungefähr 10 % der gesamten Bevölkerung). Da die Verträge in der Privaten Krankenversicherung privat rechtlich organisiert sind, bestehen große Unterschiede zur Gesetzlichen Krankenversicherung (wie zum Beispiel: keine einheitlichen Beitragsregelungen, verschiedene Leistungsangebote), doch auch innerhalb der Privaten Krankenversicherung bestehen Unterschiede. Interessenten sollten sich aus diesem Grund entsprechende Vertragskonditionen anschauen und im Vorfeld einen so genannten PKV-Vergleich machen.
Ähnliche Beiträge:
- Krankenkasse: GKV oder lieber in die PKV wechseln?
- Verbraucherzentralen kritisieren Zusatzbeiträge
- Krankenversicherung: PKV oder lieber GKV?
- Private Krankenversicherung: Statt Zusatzbeiträge lieber privat versichern
- Gesetzliche und private Krankenversicherung haben mit ähnlichen Beitragsanpassungen zu kämpfen
Tags: PKV, PKV-Vergleich, PKV-Wechsel
Kategorie: Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung
