Krankenkassen: Versicherte finanzieren Mehreinnahmen der Mediziner
“Es ist unverständlich, dass in schwierigen Zeiten die Einnahmen der Ärzte weiter steigen sollen”
Berlin. Die gesetzlichen Krankenkassen haben das von der schwarz-gelben Koalition angestrebte Honorarplus für die Mediziner im kommenden Jahr kritisiert.
“Es ist unverständlich, dass in diesen schwierigen Zeiten die Einnahmen der Ärzte weiter steigen sollen”, teilte die amtierende Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, der in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin erscheinenden Tageszeitung “Die Welt” (heutige Ausgabe) mit. Hätte die amtierende Bundesregierung ein “engagiertes Sparpaket” geschnürt, hätte ein Teil der zusätzlichen Belastungen für die Patienten vermieden werden können, ohne dass die Versorgung schlechter geworden wäre, so die Vorsitzende der gesetzlichen Krankenkassenweiter.
“Im Ergebnis sind wieder die Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung die Gebeutelten. Die Versicherten müssen deutlich mehr zahlen, um auch im kommenden Jahr wieder Honorar- und Einnahmenzuwächse für Mediziner, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie zu finanzieren”, wird Pfeiffer in dem aktuellen Bericht weiter zitiert.
Die deutschen Gesundheitspolitiker von Union und der Partei der FDP hatten im Vorfeld vereinbart, dass Krankenhäuser im kommenden Jahr nach aktuellen Angaben aus Krankenkassenkreisen 1,5 Milliarden Euro mehr erhalten sollen, die Mediziner bis zu 1,2 Milliarden Euro. In den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sollen die Mediziner überproportional deutlich mehr bekommen, um Nachteile aus der jüngsten Honorarreform wieder auszugleichen.
Nach Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zufolge erhielt ein Hausarzt im vergangenen Jahr durchschnittlich etwas mehr als 206 000 Euro Honorar, sieben Prozent mehr als noch im Jahr 2008. Für den Facharzt hat die KBV ein durchschnittliches Jahreshonorar von ziemlich genau 203 000 Euro errechnet, das sind immerhin noch sechs Prozent mehr als im Jahr 2008.
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Tags: Gesundheitsreform, Krankenkassen, Pfeifer
Kategorie: Gesetzliche Krankenversicherung, News
