GOZ: Zahnarztbesuch wird ab 2012 um mindestens 6 Prozent teurer
Als wäre der Zahnarztbesuch nicht schon teuer genug, so werden die Gebühren für Zusatzleistungen, die der Versicherte selber zahlen muss, um sechs Prozent angehoben. In Krafttreten soll die neue Gebührenordnung für Zahnärzte im kommenden Jahr.
Die schwarz- gelbe Bundesregierung hat heute mal wieder durch einen neuen Beschluss gezeigt, für wen sie ihre Politik macht und warum die Zahlen für Union und ganz speziell für FDP immer weiter in den Keller rutschen. So müssen gesetzlich Versicherte ab dem kommenden Jahr wieder mehr für ihren Zahnarztbesuch bezahlen. Genau gesagt steigen die Gebühren beim nächsten Zahnarztbesuch um sechs Prozent. Die private Krankenversicherung befürchtet einen Anstieg um bis zu 20 Prozent.
Das Bundeskabinett billigt am Mittwoch dieser Woche eine Änderung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Nachmittag in einer aktuellen Erklärung mit. In der GOZ sind die Preise für Leistungen festgeschrieben, die der gesetzlich Versicherte aus eigener Tasche zahlen muss. Verfügt das Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse über eine Zahnzusatzversicherung, übernimmt diese einen Teil der Kosten. Bei Privatpatienten übernimmt die Kosten die private Krankenversicherung.
Gebührenordnung für Zahnärzte seit 1988 nicht mehr verändert
Hintergrund der aktuellen Erhöhung: Seit dem Jahr 1988 wurden die Gebührenordnung für Zahnärzte nicht mehr verändert. Da allerdings neue Behandlungsmethoden dazugekommen sind, sah die Bundesregierung hier Handlungsbedarf. So wurden häufig erbrachte Leistungen jetzt in den Katalog mit aufgenommen. Bei besonders hohen Kosten müssen die Zahnärzte ab dem kommenden Jahr einen Kostenvoranschlag vorlegen.
Nach Angaben der privaten Krankenversicherung könnten die Kosten jedoch ab dem nächsten Jahr um 14 bis 20 Prozent steigen. Des Weiteren sieht die private Krankenversicherung kein Handlungsbedarf bei der Gebührenordnung für Zahnärzte. Laut der PKV seien die Gebühren in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen. In den letzten zehn Jahren seien die Ausgaben in der Zahnmedizin um 36 Prozent gestiegen.
Zweigeteiltes Echo
Über die Gebührenordnung gab es zweigeteiltes Echo. Einerseits kritisierte die SPD die einseitige Belastung der gesetzlich Versicherten. Andererseits lobte die FDP die Anhebung der Gebührenordnung als tragfähiges Ergebnis für alle Beteiligten.
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