Gesetzlichen Krankenversicherung: Union will Krankenkassen mit Sparpaket entlasten
Erhöhter Beitragssatz allerletzte Option – Höhere Praxisgebühr möglich
Den gesetzlichen Krankenkassen geht es finanziell gesehen immer schlechter. So droht den Krankenkassen im kommenden Jahr in Defizit in Milliardenhöhe. Aus diesem Grund will die Union nun mit einem Sparpaket für deutliche Entlastung bei den gesetzlichen Krankenkassen sorgen. So plant die Union eine Nullrunde für Mediziner und Krankenhäuser und die Praxisgebühr könnte bald noch öfter anfallen als bisher.
„Der gesetzlichen Krankenversicherung steht das Wasser bis zum Hals“, teilte der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer (bayrische CSU), der Internetseite Welt Online in einem aktuellen Interview mit.
Um die finanziellen Probleme wieder schnell in den Griff zu bekommen, bedarf es eines großen Bündels von entsprechenden Maßnahmen. Dazu gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Alternative, da es ansonsten zu einer Kaskade von Insolvenzen bei den gesetzlichen Krankenkassen kommen würde, so der Politiker weiter in dem Gespräch.
Die immer weiter steigenden Ausgaben der vergangenen beiden Jahre könnten in dieser Form auf keinen Fall fortgesetzt werden. Die schon beschlossenen Sparmaßnahmen bei Medikamenten in Höhe von ziemlich genau 1,5 Milliarden Euro reichten auf keinen Fall aus, um die derzeitige Finanzierungslücke zu schließen
Unterstützung bekommt der deutsche Politiker Singhammer am heutigen Donnerstag von der deutschen Partei CDU. „Im kommenden Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen das höchste Defizit ihrer Geschichte. Angesichts der internationalen Wirtschaftskrise, in der wir uns auch heute noch immer befinden, sind alle in der Verantwortung“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jens Spahn (CDU), der Internetseite Welt Online in einem aktuellen Interview.
Das Volumen des derzeitigen Sparpakets bezifferte der Politiker Spahn auf zwei bis maximal drei Milliarden Euro. Schätzungen des deutschen Bundesversicherungsamtes gehen in der Zwischenzeit davon aus, dass den gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr zwischen sechs und maximal 15 Milliarden Euro fehlen. Eine Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes von im Moment 14,9 Prozent nannte der Politiker Spahn allerdings „die allerletzte Option“.
Konkret beziehen sich die derzeitigen Sparpläne vor allem auf Mediziner und Kliniken . Die beiden Politiker Singhammer und Spahn kündigten in den besagten Bereichen eine Nullrunde für das aktuelle Jahr an: „Im vergangenen Jahr haben die Mediziner mehr als zehn Prozent mehr Honorar bekommen, die Kliniken haben desweiteren über sechs Prozent zusätzliche Einnahmen verbuchen können. Das war so gewollt, aber mehr ist derzeit nicht drin“, erklärte Spahn zum Abschluss des aktuellen Interviews.
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Kategorie: Gesetzliche Krankenversicherung
