Chronische Migräne: Botox könnte helfen
Botox soll nicht bei Spannungskopfschmerzen und normaler Migräne helfen
Patienten mit chronischer, fast täglich auftretender Migräne könnten in naher Zukunft unter Umständen von einer neuen Behandlung profitieren – und zwar mit Botox. Darauf weist die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) am Freitag der vergangenen Woche hin.
Es werde in der Zwischenzeit erwartet, dass das Bakteriengift Botulinumtoxin, kurz Botox, bald in der Bundesrepublik Deutschland als Spritze in die Kopf- und Nackenmuskulatur von Migränepatienten zugelassen wird, so die DMKG am vergangenen Freitag weiter. Die entsprechende Behandlung sei spezialisierten Arztpraxen bzw. Zentren vorbehalten und bei richtiger Anwendung sehr nebenwirkungsarm.
Die Gesellschaft beruft sich den aktuellen Angaben zufolge auf zwei Untersuchungen, bei denen ungefähr 1380 erwachsene Probanden untersucht und im Anschluss behandelt wurden. Der aktuellen Studie zufolge lassen sich durch Botox sowohl die monatlichen Tage mit Migräne als auch der übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln um ein vielfaches senken.
Die Behandlung helfe aber nicht bei normaler Migräne und sogenannten Spannungskopfschmerzen, erläutert der DMKG-Präsident Prof. Arne May von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf in einer aktuellen Stellungnahme vom Freitag. Unbekannt sei desweiteren, warum Botox gerade bei den chronischen Formen so großen Erfolg habe. Bis heute wird es in erster Linie für kosmetische Zwecke eingesetzt, um Falten wieder zu glätten.
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