Arztlotse: Ersatzkassen starten eigenes Bewertungssystem für Ärzte
Nun startet auch der Verband der Ersatzkassen mit seinem eigenen Bewertungsportal für Ärzte. Doch schon hagelt es scharfe Kritik. Das Patienten ohne Anmeldung hier bewerten können, ist dem Ärztepräsidenten offensichtlich ein Dorn im Auge und deshalb vergab er für das Portal die Schulnote sechs.
Immer mehr gesetzliche Krankenkassen starten Bewertungsportale für Ärzte im Internet. Den Anfang machte der Ärztenavigator der AOK. Einige Zeit später startete die Barmer GEK mit ihrem eigenen Bewertungssystem. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Ersatzkassen einen eigenen Arztnavigator auf die Beine stellen. Nun ist es endlich soweit und der Verband der Ersatzkassen präsentierte ihren so genannten Arztlotsen.
Neben Ärztebewertungen sind hier auch allgemeine Informationen zu dem Medizinern zu finden, wie zum Beispiel Öffnungszeiten, Erreichbarkeit oder ob der Arzt auch Hausbesuche vornimmt. Des Weiteren kann man sich auch eine Liste von Ärzten erstellen lassen, die Umkreis verfügbar sind. Allerdings ist die Liste nicht nach Qualität sortiert. Neben Allgemeinmediziner sind dort auch Physiotherapeuten und Zahnärzte aus ganz Deutschland verfügbar.
10 Prozent der Bewertungen werden im Arztlotsen nicht freigegeben
Der größte Unterschied zu den anderen Bewertungsportalen: Beim Arztlotsen bedarf es keiner Registrierung. Hier kann einfach drauflosgewertet werden. Doch als Ärztepranger kann das neue Portal doch nicht genutzt werden, betont der Verband der Ersatzkassen, denn jeder Eintrag wird von einer Redaktion geprüft bevor er freigeschaltet wird. 10 Prozent der Bewertungen werden derzeitig nicht freigeschaltet, weil sie Beleidigungen oder ähnliches enthalten.
Doch der Ärztepräsident Frank Ullrich Montgomery hat scharfe Kritik an dem Arztlotsen geübt. So vergab der Ärztepräsident eine Schulnote sechs für den Arztlotsen Ersatzkassen. So sei der Arztlotse nur auch die schnelle zusammengeschustert und biete wenig nützliche Informationen. Außerdem können Ärzte ohne Anmeldung negativ bewertet werden, wo gegen sich Ärzte nur Ausnahmefällen wehren können, so der Ärztepräsident weiter.
Qualitätsstandards missachtet
Des Weiteren bemängelte Montgomery, das sich die Ersatzkassen nicht an die Qualitätsstandards der Bundesärztekammer und der kassenärztlichen Bundesvereinigung halten würden. Die Qualitätsstandards wurden von Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin entwickelt. Zu den Ersatzkassen gehören zum Beispiel die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die Techniker Krankenkasse. Das sind die beiden größten Krankenkassen gleich nach der Barmer GEK.
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